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"Blick aus dem Fenster" – Die Wandbild-Restaurierung 2021

Oma und Opa-Wandbild am Gebäude der AWO-Geschäftsstelle in Bremen

Restaurierung des "Oma und Opa"-Wandbildes

Milde lächelnd schauen sie aus dem Fenster: Sie im Blümchenkleid und er mit Hemd und Weste genießen die „schöne Aussicht“ auf den Rembertiring. Wohl jede*r Bremer*in kennt das berühmte Wandbild des Künstlers Peter KF Krüger, das die Hauswand der AWO Bremen ziert. Nun war eine Wandsanierung fällig und damit auch eine anschließende Restaurierung des Bildes.

AWO Bremen sucht Sponsoren für Wandbild-Restaurierung

Da das Wandbild ein Bremer Wahrzeichen geworden ist und auch zum Programm „Kunst im öffentlichen Raum“ der Stadt gehört, hat die AWO Bremen mit Unterstützung des Senators für Kultur, der Wilhelm Kaisen Bürgerhilfe und privaten Spender*innen dafür gesorgt, dass es erhalten bleibt. Wer sich ebenfalls an dem Erhalt des Bremer Wahrzeichens beteiligen möchte, findet alle Informationen hierzu in einem Beitrag zu den Spender*innen auf der Webseite der AWO Bremen.

Zur Entstehung des Wandbildes

Der Künstler Peter KF Krüger hat 1975 einen Wettbewerb gewonnen, den der Bremer Senat im Rahmen des Programms "Kunst im öffentlichen Raum" ausgeschrieben hatte. Das Thema sollte „die Geschichte oder der jetzige Aufgabenbereich des zukünftigen Nutzers des Hauses am Rembertiring – der Arbeiterwohlfahrt Bremen – sein“. Die Arbeit sollte „insbesondere die erforderliche Fernwirkung der Bilder berücksichtigen“, hieß es im Ausschreibungstext. Dass er das Wandbild mit dem älteren Ehepaar realisieren konnte, hat viele Folgeaufträge für ihn bedeutet, berichtet Krüger, schließlich sei ein Wandbild in der Größe zu der Zeit einmalig in Deutschland gewesen. Als es aber an die Umsetzung ging „stand ich plötzlich vor dem Dilemma, so´n Ding jetzt zu machen“ und er habe dabei die kalte Angst im Nacken gespürt, so Krüger. Am Ende hat es aber wunderbar geklappt – und das hat es nun auch wieder.

Und so verliefen die Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten:

Die erste Bestandsaufnahme am 26.04.2021

Besuch vom Künstler: Peter KF Krüger (2. von rechts) kam in die Geschäftsstelle der AWO Bremen und nahm sein Werk, das Wandbild von 1976, in Augenschein. Bei einem Gespräch mit Herbert Kirchhoff, Erich Kruschel und Rainer Path ging es um die Wandsanierung und Restaurierung des Bildes.

Die Außenwand hat über die Jahre Risse bekommen und muss dringend saniert werden, sagt Rainer Path, Geschäftsführer der AWO-Beteiligung „alpha Service 24“. Gemeinsam mit AWO-Geschäftsführer Herbert Kirchhoff und dem stellvertretenden Präsidenten der AWO, Erich Kruschel, traf sich Rainer Path mit dem Künstler, der vor 45 Jahren das große Bild auf der nun sanierungsbedürftigen Wand erschuf. Schließlich soll das Bild, das zum Programm „Kunst im öffentlichen Raum“ der Stadt Bremen gehört, erhalten bleiben und deshalb wollte man klären, wie eine anschließende Restaurierung des Bildes vorgenommen werden kann. Der Maler und Bildhauer Peter Krüger nahm zunächst „sein Werk“ in Augenschein. „Ich habe schon den Ehrgeiz, das wieder so hinzukriegen, wie es mal war – auch die Farbbrillanz“, sagte Krüger, der bereits in den 1990er Jahren das Bild schon einmal restauriert hatte.

Begutachtung der Wandbeschaffenheit am 19.07.2021

Vor Beginn der Restaurierung des Wandbildes prüft Künstler Peter KF Krüger die Beschaffenheit der Wand. Doch bevor es losgehen kann, müsse mit geeigneten Fachfirmen über die Sanierung und die Aufbereitung des Putzes beraten werden. Denn wie bei einer Leinwand im Atelier werde der entsprechende Untergrund benötigt, um das Bild auftragen zu können.

Das Baugerüst wird am 29.07.2021 aufgebaut

Es tut sich etwas: Das Baugerüst vor dem Wandbild wird aufgebaut. Die Restaurierungsarbeiten können beginnen!

Ein unverhoffter Fund am 09.08.2021

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Erneut war Peter KF Krüger zu einem Termin zur Abstimmung mit der Maurerfirma vor Ort. Grund dafür war ein Träger, der unterhalb des Putzes gefunden wurde und von einem damaligen Fenster stammen muss, welches dort zugemauert wurde. Der Träger soll nun entfernt und mit Steinen aufgefüllt und verputzt werden.

Drei Träger entfernt am 12.08.2021

Unterhalb des Putzes wurden mittlerweile insgesamt drei Träger gefunden, die von damaligen Fenster stammen müssen. Nun wurden die drei Träger entfernt. Auch buten un binnen war da, um über die Arbeiten am Wandbild zu berichten. Hier kann man sich den Beitrag anschauen: https://www.butenunbinnen.de/videos/wandbemalung-rembertiring-restaurierung-100.html

Der Maler kommt - 25.8.2021

Weiter geht es, nun ist die Malerfirma Dasenbrook dran und verspachtelt die Risse in der Wand. Auch der Künstler selbst und sein Kollege Otto Völker kamen, um die Vorarbeiten in Augenschein zu nehmen. Denn für die Restaurierung benötigen sie bei den verputzten Stellen eine „scharfe Kante“.

Der Künstler mischt die Farben - 1.9.2021

Nun kann die eigentliche Restaurierung des Wandbildes beginnen: Nach einer Grundierung der gesamten Wand mischt Peter KF Krüger Farben. Gemeinsam mit seinem Kollegen Otto Völker erneuert er nun das Bild.

Auch das Wetter spielt mit - 8.9.2021

Täglich sind Peter KF Krüger und Otto Völker auf dem Gerüst unterwegs und restaurieren zunächst die verputzten Stellen auf dem Wandbild. Auch das Wetter zeigt sich bei den Arbeiten von seiner besten Seite.

"Opa" bekommt seine Brille zurück - 5.10.2021

Einige Wochen war "Opa" nun ohne Augen und Brille (sein eigentlicher Name war Robert Wagner - ein damaliger Nachbar des Künstlers, der gemeinsam mit seiner Frau Hanni Modell für das Bild stand). Grund für die Augenlosigkeit war ein Eisenträger in der Wand, der entfernt werden musste und die Wand infolgedessen an dieser Stelle verputzt wurde (s. Bericht vom 12.8.). Doch jetzt kann er wieder gucken und seinen Blick über den Rembertikreisel schweifen lassen, denn Peter KF Krüger hat ihm Augen und Brille restauriert.

Abschluss der Arbeiten - 28.10.2021

Die Arbeiten sind abgeschlossen, das Gerüst wird in Kürze entfernt – Zeit für einen Vorher-Nachher-Vergleich.

Wandbildübergabe - 20.12.2021

Für viele Bremer*innen ist das 45 Jahre alte Wandbild am Rembertiring, bekannt als „Oma und Opa“-Wandbild, ein Wahrzeichen der Stadt. Da das Wandbild zum Programm „Kunst im öffentlichen Raum“ der Stadt gehört, hat die AWO Bremen mit Unterstützung des Senators für Kultur, der Wilhelm Kaisen Bürgerhilfe und privaten Spender*innen dafür gesorgt, dass das Wandbild erhalten bleibt. Nun wurde es nach einer Restaurierung durch den Künstler Peter KF Krüger und seinen Kollegen Otto Völker offiziell übergeben.

Foto von links nach rechts: Otto Völker und Peter KF Krüger, Erich Kruschel, stellvertretender Präsident des AWO Kreisverbands Bremen, Bremer Bürgermeister und Senator für Kultur Andreas Bovenschulte und Frank Imhoff, Bürgerschaftspräsident sowie Vorstandsvorsitzender der Wilhelm Kaisen Bürgerhilfe.

 

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