AWO Bremen fordert Erhalt des Projekts "Respekt Coaches"
Demokratiebildung in den Schulen weiterhin fördern
Die bedeutende Arbeit der „Respekt Coaches“ in Bremen und bundesweit ist gefährdet. Das Bundesministerium für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) plant, ab 2027 das Bundesprogramm nicht mehr zu finanzieren. Seit 2018 unterstützt das Programm Schulen dabei, junge Menschen für demokratische Werte zu stärken und extremistischen Ideologien präventiv zu begegnen. Ziel dieser Arbeit ist die Förderung von Demokratiebildung, Multikulturalität, gerechter Teilhabe, Vielfalt und Toleranz.
Schule allein kann diese Aufgabe nicht leisten. Lehrkräfte und Schulsozialarbeit tragen bereits eine enorme Verantwortung mit ihrem umfassenden Aufgabenbereich. Externe Demokratieprojekte schließen eine Lücke, die der reguläre Unterricht strukturell nicht füllen kann. Die wissenschaftliche Begleitung des Programms belegt: Die Maßnahmen fördern Toleranz, stärken Selbstwirksamkeit und verbessern das Klassenklima nachweislich. Rund 80 Prozent der beteiligten Schulen wünschen sich die Respekt Coaches als feste Instanz.
Die Respekt Coaches bieten den Kooperationsschulen bedarfsgerechte, zielgruppenspezifische Gruppenangebote. Hierbei nutzen sie ihre z.T. jahrelange Kooperation mit Trägern der politischen Bildung und ihre Vernetzung im Stadtteil sowie ihre fachliche Expertise durch kontinuierliche Fortbildungen. Sie sind an den Schulen gut integriert und haben engen Kontakt zu den Schüler*innen, Schulsozialarbeiter*innen und Lehrkräften. Bedarfe können offen und schnell besprochen und von der/dem Respekt Coach initiiert bzw. durchgeführt werden. Das gute Vertrauensverhältnis zu allen Beteiligten schafft eine passgenaue Umsetzung der Präventionsprojekte, sodass die besonderen Herausforderungen der Kinder und Jugendlichen angemessen thematisiert werden können.
Die AWO Bremen appelliert eindringlich an die Regierungsverantwortlichen auf Bundes- und Landesebene, die gewachsenen Strukturen der außerschulischen Demokratiebildung zu erhalten und die bewährte Arbeit in der Extremismus- und Antisemitismusprävention fortzuführen. Seit 2018 haben die Respekt Coaches bundesweit mehr als 600.000 Schülerinnen und Schüler an rund 900 Schulen erreicht – und damit gelebte Demokratiebildung möglich gemacht und Extremismus vermindert und verhindert.
In Zeiten wachsender Polarisierung, verfestigter Diskriminierungsmuster und steigendem Antisemitismus ist außerschulische politische Bildungsarbeit eine dringliche gesellschaftliche Notwendigkeit. Prävention wirkt langfristig. Dazu erklärt Sarah Ryglewski, Präsidentin der AWO Bremen: „Seit 2018 haben Respekt Coaches über 600.000 Schüler*innen für demokratische Werte gestärkt und Extremismus präventiv entgegengewirkt. Die Respekt Coaches schließen eine Lücke, die der reguläre Unterricht strukturell nicht füllen kann. Wer diese gewachsenen Strukturen jetzt abbaut, zahlt morgen einen hohen Preis. Deshalb fordern wir als AWO Bremen: In Demokratiebildung investieren, bevor Extremismus weiter Wurzeln schlägt.“