Das jüdische Gemeindehaus in der Kohlhökerstraße
Kohlhökerstraße 6
Vortrag von Dr. Susanne Schunter-Kleemann, Prof. (emer.)
Nach dem Brand der Bremer Synagoge diente das Wohnhaus der 1938/39 emigrierten jüdischen Familie Grünberg als Ersatzsynagoge und Kulturraum für die rasch schmelzende jüdische Gemeinde. Auch die jüdische Schule, mit zwei Klassen für die jüngeren und die älteren Kinder, war hier untergebracht. Etwa 40 Kinder, die die öffentlichen Schulen nicht mehr besuchen durften, wurden hier mit Sprachunterricht und handwerklichen Fächern auf die geplante Auswanderung (zumeist nach Palästina) vorbereitet. Nur wenige Monate nach dem Beginn des Angriffs auf die Sowjetunion begann die systematische Deportation der Juden. Tausende wurden in Zügen aus Hamburg, Frankfurt und Bremen nach Minsk und Riga und später direkt in die Vernichtungslager transportiert. Im Vortrag wird die drangvolle Enge im ehemaligen Einfamilienhaus, das nun sieben Familien beherbergte, die angstvolle Lage der Bewohner und der um sich greifende Schrecken geschildert, als für November 1941 der Abtransport der Bremer Juden angekündigt wurde.
Vortrag vor Ort, in den Privaträumen der Referentin.
Anmeldung bitte unter 0421—79 02 57 oder www.anmeldungen.awo-bremen.de
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