Francke- und Klatte-Werke: Zwei Bremer Rüstungsbetriebe im Dienste der Kriegsvorbereitungen
Begegnungszentrum Huchting (An der Schüttenriehe 8)
Vortrag von Dipl.-Ing. Hans-W. Ellerbrock, Fachautor für neuere Siedlungs- und Industriegeschichte
Der Huchtinger Theodor Klatte erteilte schon 1936 den Auftrag zum Bau einer modernen Fabrikanlage in Kirchhuchting, in der schon nach kurzer Zeit ca. 450 Arbeiter beschäftigt waren. Hergestellt wurden Flugzeugmotoren und andere Teile für die Flugzeugindustrie. Ab 1941 musste eine große Zahl von Zwangsarbeitern die an die Front geschickten Facharbeiter ersetzen. Carl Wilhelm Francke dagegen betrieb schon seit 1872 Produktionsstätten in der Bremer Neustadt. Die Erfahrungen in Sachen Granatenproduktion und die Beschäftigung von französischen Kriegsgefangenen ab 1916 kam seinen Söhnen später während des folgenden Zweiten Weltkriegs zugute. Ab 1941 standen nämlich ca. 300 sowjetische Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter für die Fertigung von Munition zur Verfügung. Zusätzlich wurde auf dem Gelände ein Werksteil zur Reparatur von Kampfflugzeugmotoren errichtet. Der Referent wird auch einen Blick auf die Zeit nach dem Ende des Krieges werfen. Sowohl Francke als auch Klatte konnten bis zur Liquidierung der heute noch existierenden Werksanlagen in der Mitte der 1950er Jahre an ihren Fabrikstandorten am Wiederaufbau des zerstörten Landes mitarbeiten. Eine öffentliche Auseinandersetzung mit der Kriegsunterstützung war zu der Zeit in Bremen und anderswo nicht gewollt.
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