„Ware Kurkind“: Das Leid hinter den Verschickungen zwischen 1945 bis 1990 und die Folgen.
AWO Konferenzraum (Am Wall 179 — 180)
Vortrag von Birgit Lübben, selbst Betroffene
Die Berichte von vielen ehemaligen „Verschickungskindern“ zu Gewalt in Kinderkuren und Kindererholungen im Zeitraum zwischen 1945 und 1990 sind erschütternd und fanden in den letzten Jahren wiederkehrend in den Medien und der Öffentlichkeit erhebliche Beachtung. Die Kinderkuren waren ein Massenphänomen der bundesdeutschen Nachkriegszeit. Generell handelte es sich um eine rückblickend wenig kindgerechte Kur-Praxis, welche die Kinder meist für mehrere Wochen ohne ihre Eltern in eine ihnen fremde Welt medizinischer Maßnahmen verbrachte. Wenn man bedenkt, wie jung diese Kinder häufig waren, teilweise sogar noch Babys, und welche Behandlungen sie vielfach ertragen oder mit ansehen mussten, wird ebenso schnell wie erschütternd klar, dass viele sich ausgeliefert, schutzlos, einsam und verlassen gefühlt haben müssen. Heimweh, Gefühle des Verlassen-Seins oder Ängste waren somit quasi vorprogrammiert und häufig nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern als legitimes Erziehungsmittel über Jahrzehnte bewusst aufrechterhalten, befördert und gezielt eingesetzt worden.
Anmeldung bitte unter 0421—79 02 57 oder www.anmeldungen.awo-bremen.de
Die Universität der 3. Generation ist ein Projekt der AWO Bremen.